Die Ungarische Wettbewerbsbehörde verhängte Booking.com eine Geldbuße i.H.v. 2,5 Milliarden Forint wegen unlauterer Geschäftspraktiken

Nach der Entscheidung der Ungarischen Wettbewerbsbehörde (GVH) hat der Betreiber des Online Plattform für Unterkunftsbuchungen, die niederländische Firma Booking.com B.V. eine unlautere Geschäftspraktik ausgeübt, als er bei der Bewerbung einzelner Unterkünfte die Verbraucher irregeführt und auf sie einen aggressiven, psychischen Druck ausgeübt hat.

Die GVH hat drei Handelspraktiken von booking.com als rechtswidrig gefunden:

  1. Obwohl das Unternehmen in seinen Fernseh- und Online-Werbungen die „kostenlose Stornierung“ der Unterkunft besonders betont hat, konnten die Kunden diese Möglichkeit der „kostenlosen Stornierung“ nur zeitlich begrenzt wählen, sie haben für diese Option sogar einen höheren Preis zahlen, das Unternehmen hat also den Preis der Kostenlosigkeit in den Preis der betroffenen Unterkunft eingebaut.
  2. Bei den einzelnen Schritten der Suche und der Buchung von Unterkünften hat Booking.com mit dringenden Überschriften („32 andere Leute sehen sich gerade die Webseite an“; „Jemand überlegt eben, diese Unterkunft zu buchen!“, „Hohe Nachfrage! 17-mal gebucht in den letzten 24 Stunden auf unserer Seite“ usw.) in den Verbrauchern den Schein erweckt, dass die von ihnen gesuchte Unterkunft sehr populär und nur beschränkt verfügbar sei. Mit dieser Praxis hat das Unternehmen einen psychischen Druck auf die Verbraucher ausgeübt und sie dadurch im Prozess der Entscheidungsfindung verwirrt und Ihnen die Angst eingejagt, dass sie, wenn sie die Unterkunft nicht so schnell wie möglich buchen, diese verpassen.
  3. Bei der Anzeige der Angebote der ungarischen Gastgeber wurde die Möglichkeit der Zahlung mit der Karte Széchenyi Pihenőkártya nicht angemessen (nicht einheitlich) angezeigt, was die Verbraucherentscheidungen auch verzerren konnte.

Die Wettbewerbsbehörde hat bei der Verhängung des Bußgeldes in Höhe von 2,5 Milliarden Forint, bei der Feststellung der Höhe des Bußgeldes die Einnahmen von Booking.com aus den Provisionen nach den ungarischen Buchungen berücksichtigt. Neben der Verhängung des Bußgeldes hat die Behörde dem Unternehmen hinsichtlich der Handelspraktiken in Nummern 1 und 2 die weiteren Rechtsverletzungen untersagt.

Die Firma Booking.com B.V. hat sich als Ergebnis der Durchführungsmaßnahmen der Europäischen Kommission und der nationalen Verbraucherschutzbehörden der Europäischen Union (CPC) im Dezember des Vorjahres bereits verpflichtet, ihre Handelspraxis bis zum 6. Juni 2020 zu ändern, damit diese den EU-Vorschriften entspricht.