Identitätsprüfung nach Beschluss der Budapester Anwaltskammer vom 1. Oktober künftig mittels Videotelefon durchführbar

Aufgrund des neuen Gesetzes über die Tätigkeit der Rechtsanwälte (Üttv.) können Rechtsanwälte Dokumente seit Januar 2018 auch in der Weise gegenzeichnen, dass die Unterzeichnung des Dokuments beziehungsweise die Beglaubigung der Unterschrift selbst mittels Videotelefons erfolgt. Bislang war dies nur dann möglich, wenn der Rechtsanwalt die Partei bei einem früheren persönlichen Treffen bereits identifiziert hatte.

Obgleich das Üttv. nicht vorschreibt, dass die Identifizierung einer natürlichen Person bei einem persönlichen Treffen durchzuführen ist, ermöglicht das neue Anti-Geldwäsche-Gesetz (Pmt.) die Identifizierung ohne persönliches Erscheinen nur dann, wenn die örtliche Kammer dies genehmigt. Die Budapester Rechtsanwaltskammer fasste am 1. Oktober einen entsprechenden Beschluss, um auch die Fernidentifizierung zu ermöglichen. Die neuen Desktop-Versionen des zum Videotelefonieren verwendeten Programms Skype entsprechen den vorgegebenen Bedingungen für die Fernidentifizierung, da bei diesen auch die Aufnahme des übertragenen Bilds und Tons möglich ist.

Die identifizierte Person hat in jedem Fall ihre Einwilligung zur Fernidentifizierung zu erteilen. Daraufhin muss sie jede Seite ihrer Dokumente so in die Kamera halten, dass diese gut zu erkennen beziehungsweise zu lesen sind. Die identifizierte Person hat auch mündlich die aufzunehmenden Daten mitzuteilen, der Rechtsanwalt muss sich dagegen davon überzeugen, dass das Lichtbild auf dem vorgezeigten Dokument mit der identifizierten natürlichen Person übereinstimmt. Der Rechtsanwalt hat den gesamten Prozess der Identifizierung aufzunehmen.

Dank der Fernidentifizierung müssen sich im Ausland aufhaltende Mandanten nicht mehr an einen ausländischen Notar oder Konsul wenden, wodurch die Kosten wesentlich reduziert werden können.

In naher Zukunft ist zu erwarten, dass auch andere regionale Kammern entsprechende Beschlüsse fassen, sodass die Möglichkeit zur Fernidentifizierung von Mandanten für Rechtanwälte in ganz Ungarn bestehen wird.